Was zählt als Altgold?
Als Altgold bezeichnet man alle Goldgegenstände, die nicht mehr genutzt werden und beim Ankauf vor allem nach ihrem Materialwert bewertet werden. Dazu gehören:
- Schmuck, der nicht mehr getragen wird oder beschädigt ist
- Einzelne Ohrringe, gerissene Ketten, verbogene Ringe
- Zahngold, etwa Kronen und Brücken
- Goldene Uhrengehäuse, Manschettenknöpfe, Brillengestelle
- Reste aus Goldschmiedearbeiten
Der Zustand spielt beim reinen Materialankauf keine Rolle. Ein zerbrochener Ring aus 585er Gold enthält genauso viel Gold wie ein intakter. Für beschädigten Schmuck gibt es den eigenen Ratgeber Bruchgold verkaufen.
Schritt 1: Altgold sortieren
Legen Sie alle Stücke auf eine helle Unterlage und prüfen Sie die Stempel, am besten mit einer Lupe. Sortieren Sie nach Feingehalt, also zum Beispiel in Gruppen für 333, 585 und 750. Stücke ohne erkennbaren Stempel legen Sie separat. Ein Ankäufer kann sie prüfen. Wie Sie Stempel lesen, erklärt Goldstempel erkennen.
Vergoldeter Modeschmuck mit Kennzeichnungen wie „GP“ oder „vergoldet“ hat kaum Goldwert. Diese Stücke können Sie aussortieren.
Schritt 2: Wert berechnen
Wiegen Sie jede Gruppe und berechnen Sie den Materialwert. Der Rechner nimmt Ihnen die Arbeit ab und zeigt gleich, was verschiedene Ankäufer zahlen:
Zur Orientierung: 585er Gold hat derzeit einen Materialwert von pro Gramm, 333er Gold .
Schritt 3: Den passenden Ankäufer wählen
Für Altgold gibt es mehrere Verkaufswege, die sich in Preis, Aufwand und Tempo unterscheiden:
- Lokaler Goldankauf: persönliche Prüfung, oft Auszahlung sofort. Mehr unter Goldankauf vor Ort.
- Online-Ankauf per Post: häufig gute Konditionen, aber Versand und Wartezeit. Siehe Goldankauf per Post.
- Juwelier: sinnvoll, wenn Schmuck noch einen Wert über das Material hinaus hat.
Welcher Weg für Sie am besten ist, hängt von Menge und persönlichen Vorlieben ab. Einen Überblick über die Anbieter liefert der Goldblick-Vergleich.
Schritt 4: Angebot prüfen und verkaufen
- Lassen Sie sich Gewicht und Feingehalt je Gruppe nennen.
- Fragen Sie nach dem Preis pro Gramm und vergleichen Sie ihn mit dem Live-Wert.
- Bestehen Sie auf einem schriftlichen Beleg über den Ankauf.
- Halten Sie Ihren Ausweis bereit. Viele Ankäufer verlangen ihn grundsätzlich, bei Barzahlungen ab 2.000 € ist die Identifizierung gesetzlich vorgeschrieben. Details: Gold verkaufen mit Ausweis.
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Ein seriöser Ankäufer akzeptiert, wenn Sie ein Angebot erst vergleichen möchten. Warnsignale beschreibt der Ratgeber Unseriöse Goldankäufer erkennen.
Muss ich beim Verkauf von Altgold Steuern zahlen?
Bei Schmuck und Altgold, das Sie länger als ein Jahr besitzen, ist der Verkauf nach § 23 EStG steuerfrei. Bei kürzerer Haltedauer kann ein Gewinn steuerpflichtig sein, wobei eine Freigrenze von 1.000 € pro Jahr für alle privaten Veräußerungsgeschäfte gilt. In der Praxis entsteht bei altem Schmuck selten ein steuerpflichtiger Gewinn. Mehr dazu unter Gold verkaufen und Steuern; im Einzelfall hilft ein Steuerberater.
Häufige Fragen
Lohnt es sich, kleine Mengen Altgold zu verkaufen?
Das hängt vom Feingehalt und Gewicht ab. Berechnen Sie den Wert mit dem Rechner. Bei kleinen Mengen ist ein Verkauf vor Ort oft praktischer, weil keine Versandkosten anfallen.
Muss ich Steine vorher entfernen?
Nein. Ankäufer rechnen Steine heraus oder entfernen sie. Wertvolle Steine sollten Sie aber vorher von einem Juwelier begutachten lassen.
Kann ich Altgold ohne Stempel verkaufen?
Ja. Der Ankäufer bestimmt den Feingehalt dann mit einer Prüfung, zum Beispiel per Säuretest oder Röntgenfluoreszenz.