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Bruchgold verkaufen: Kaputt heißt nicht wertlos

Gerissene Ketten, zerbrochene Ringe, einzelne Ohrringe: Was als Schmuck nicht mehr taugt, hat als Gold trotzdem seinen vollen Materialwert. So verkaufen Sie Bruchgold richtig.

Was ist Bruchgold?

Bruchgold ist beschädigter oder unvollständiger Goldschmuck, der nicht mehr getragen wird und nur noch nach dem Materialwert verkauft wird. Typische Beispiele sind:

  • Gerissene oder verknotete Ketten
  • Ringe mit Rissen oder verbogener Schiene
  • Einzelne Ohrringe ohne Gegenstück
  • Anhänger ohne Öse, lose Kettenglieder, Verschlüsse
  • Reste aus Reparaturen oder Umarbeitungen

Für den Ankäufer ist der Zustand unerheblich: Das Gold wird ohnehin eingeschmolzen. Ein zerbrochener Ring enthält genauso viel Gold wie ein neuer. Bruchgold ist damit eine Form von Altgold.

Bruchgold bewerten

Auch bei kaputten Stücken ist der Stempel meist noch erkennbar. Suchen Sie die Punze mit einer Lupe, auch an Verschlüssen und Ösen. Hilfe dazu: Goldstempel erkennen. Sortieren Sie nach Feingehalt und wiegen Sie jede Gruppe:

Aktuelle Materialwerte pro Gramm: 333er Gold , 585er Gold , 750er Gold .

Typische Fallstricke bei Bruchgold

Kleine Teile ohne Stempel

Kettenglieder oder Ohrstecker sind oft zu klein für eine Punze. Legen Sie solche Teile zu den Stücken, zu denen sie gehören, oder kennzeichnen Sie sie separat. Ein Ankäufer kann sie prüfen.

Fremdmetall

Federringe in Verschlüssen, Ohrstecker oder Stifte bestehen manchmal aus Stahl oder anderem Metall. Ankäufer ziehen dies vom Gewicht ab. Das ist korrekt, solange es nachvollziehbar erklärt wird.

Vergoldetes und Doublé

Nicht alles, was golden glänzt, ist Gold. Vergoldete Stücke oder Doublé (Kennzeichen wie „GF“, „RGP“, „Doublé“) haben nur eine dünne Goldschicht und wenig Materialwert. Sortieren Sie diese aus oder lassen Sie sie prüfen.

So verkaufen Sie Bruchgold am besten

  1. Sammeln lohnt sich: Bei sehr kleinen Mengen kann es sinnvoll sein, zu warten, bis mehr zusammengekommen ist, oder Bruchgold zusammen mit anderem Altgold zu verkaufen.
  2. Getrennt wiegen lassen: Bestehen Sie darauf, dass jeder Feingehalt einzeln gewogen und bewertet wird.
  3. Vor Ort oder per Post: Kleine Mengen sind vor Ort oft am unkompliziertesten. Bei größeren Mengen kann ein Postankauf gute Konditionen bieten.
  4. Vergleichen: Gerade bei Bruchgold zahlen Ankäufer für dasselbe Material unterschiedlich viel. Zum Vergleich.

Tipp: Kaputte Ketten lassen sich gut in kleinen Beuteln oder Briefumschlägen sortieren und beschriften. So geht nichts verloren und Sie behalten den Überblick, welche Gruppe wie viel wiegt.

Bruchgold und Steuern

Bruchgold stammt meist aus Schmuck, den Sie schon viele Jahre besitzen. Nach § 23 EStG ist der Verkauf von physischem Gold steuerfrei, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Bei altem Schmuck ist diese Frist praktisch immer erfüllt, und häufig liegt der Erlös ohnehin unter dem ursprünglichen Kaufpreis. Steuerlich relevant wird es daher nur in Ausnahmefällen, etwa bei kürzlich gekauftem Schmuck. Mehr dazu im Ratgeber Gold verkaufen und Steuern.

Häufige Fragen

Bekomme ich für Bruchgold weniger als für intakten Schmuck?

Beim reinen Materialankauf nicht. Ankäufer schmelzen beides ein und bewerten nur das Gold.

Soll ich Bruchgold reparieren lassen, bevor ich es verkaufe?

Für einen Materialankauf nicht. Die Reparaturkosten würden Sie in der Regel nicht zurückbekommen.

Was ist mit Bruchgold ohne Stempel?

Ankäufer prüfen den Feingehalt, etwa mit Säuretest oder Röntgenfluoreszenz. Stücke ohne Stempel können also trotzdem verkauft werden.